Eigene Touren
Radscheune
VSF. Für Mensch und Rad

2005 | Neuseeland

Nach der Durchquerung 1999 mit Reiserädern entdecken
wir das Land dieses Mal auf Stollenreifen abseits der Straßen.

Frank und Marlis nutzen für den Transport der Mountainbikes zu ihren Zielen das erstklassige Netz des neuseeländischen Nahverkehrs. Wir starten in Auckland und quälen unsere Bikes mit kleinem Lastenhänger fürs Gepäck erst mal zur Erwärmung über die Bergstraßen der Coromandel-Halbinsel nach Rotorua. Dort steigen wir dann auf Busse und Bahnen um.Rotorua ist das erste Bike-Revier auf dieser Reise. Wunderschön am Lake Rotorua inmitten eines thermalen Wunderlands mit dem Vulkan Tarawera, in nächster Nähe gelegen, bietet Rotorua alles für ein Traumurlaubsziel.

Die Höhepunkte für Biker schlummern zwischen Kaori- und Redwoodbäumen im Whakarewarewa Forest. Dort finden sich kilometerlange, von Bikern in den letzten zehn Jahren angelegte Trails, die aus dem Gebiet einen Riesenspielplatz für jeden Anspruch machen. Nicht umsonst wurde Rotorua als Austragungsort für die Mountainbike-WM 2006 gewählt.

Wir setzen in Wellington mit der Fähre auf die Südinsel über und steuern Nelson an. Die Auffahrt zum Fringed Hill in den Bergen Nelsons kostet 800 schweißtreibende Höhenmeter, wird aber mit einem Ausblick bis zum Abel Tasman Park und einem Downhill, der auch in der neuseeländischen Landesmeisterschaft gefahren wird, belohnt. Nächster Halt ist Greymouth an der Westküste, die Hauptstadt der Jadeverarbeitung. Aus einem der härtesten Gesteine der Welt werden hier meist traditionelle Maori-Symbole als Schmuck geformt.In Queenstown gibt es nach sechs Jahren ein Wiedersehen mit unseren Freunden Tony und Sue. Wir wohnen die nächsten Wochen bei ihnen und erkunden das Revier am Lake  Wakatipu. Als ehemaliger Teamfahrer der neuseeländischen Mountainbike-Nationalmannschaft ist Tony der denkbar beste Guide für diese Region.
Die meisten Trails, auf die er uns führt, würden problemlos als Fotomaterial für die Titelseiten sämtlicher Bikemagazine herhalten können. Wahnsinn!  Wenn für Biker Moab das Mekka ist, dann ist das hier das Nirvana!  Biken auf „New World Disorder"-Trails in einer „Herr der Ringe“-Kulisse!

Vier Wochen Queenstown vergehen wie im Flug, zumal es hier nicht an Ausgleichssportarten mangelt. Wir erklimmen den 1.800 Meter hohen Hausberg Ben Lomond mit seinem 720-Grad-Ausblick (eine 360-Grad-Drehung ist bei dieser Kulisse schlicht zu wenig), und gehen auf Raftingtrip auf dem Shotover River.Ein Ausflug zur alten Goldgräberstadt Macetown, bei dem wir auf 15 Kilometern 30 mal mit den Bikes den Fluss durchqueren müssen, rundet die abenteuerliche Zeit in Queenstown dann zum Ende hin ab. We‘ll be back!Als kleines Highlight kurz vor dem Abflug in Christchurch durchstreifen wir noch die Port Hills. Auf den Zaubertrails an den Steilküsten der Banks Penninsula berühren unsere Stollenreifen zum letzten Mal neuseeländischen Boden. Nach dem Unterwegssein abseits der geteerten Straßen und vor allem nach der Offenbarung Queenstowns als eines der absoluten Topreviere der Bike-Welt wissen wir, das wir schnell wiederkommen werden, auf absehbare Zeit allerdings nicht mit Reiserädern. 

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