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VSF. Für Mensch und Rad

2007 | Neuseeland

Neuseeland auf Stollenreifen die Zweite.

Wir landen dieses Mal gleich auf der Südinsel und erleben das Land im Sommer nach der Mountainbike-WM vom letzten Jahr. Die Euphorie nach diesem Event ist in der Bikeszene noch stark zu spüren. Christchurch ist unsere erste Station und unsere Reifen hinterlassen dort ihre ersten Spuren, wo sich der Staub vom letzten Besuch gerade erst gelegt hat:
in den Port Hills.

Der Besuch im „Bottlelake Park“ im Norden von Christchurch war echt interessant. Die Bike- und Joggingtrails in diesem Waldgebiet wurden in den letzten Jahren als gemeinnützige Arbeit von Straffälligen angelegt. Gute Arbeit!
Auf direktem Weg geht’s nach Queenstown, dem Puls der neuseeländischen Bikewelt. Tony erwartet uns schon ungeduldig, um uns die neuen „Spielplätze“ zu zeigen.Die Bikeszene in der Region Queenstown-Wanaka ist seit unserem letzten Besuch explodiert. Mit Wanakas „Treble Cone“, Cardronas „Snow Park“ und Queenstowns „Coronet Peak” gibt es inzwischen drei Bikegebiete mit Liftoption im alpinen Gelände.

Wir erkunden die neuen Trails rund um Queenstown und verbringen einige Tage in den Catlins und auf Stewart Island. Die Insel am südlichsten Zipfel Neuseelands hat ihren ganz eigenen Charme. Wenige Siedlungen, unberührte Wildnis, die nur von wenigen, oft schlammigen Wanderpfaden durchzogen wird und ein Paradies für Vögel aller Arten.Die Wanderer, die wir hier treffen, sehen wir mehrmals in dieser Woche wieder.Die bepackten Rucksäcke der Neuankömmlinge stehen oft stundenlang unbeaufsichtigt vor dem General Store. Im örtlichen Kino wird während des Films Pizza serviert, und dem Finder einer verlorenen Brieftasche winkt an einer Pinnwand als Finderlohn ein hausgebackener Kuchen und ewiges Wohlwollen des Eigentümers. Hier scheint die Welt noch in Ordnung, und die ohnehin schon freundlichen und hilfsbereiten Kiwis übertreffen sich hier noch einmal selbst.

Steward Island, die Oase im Südpazifik, die dem Südpol näher ist als dem Äquator. Ein Kleinod ist eine Woche später auch Wanaka, wir campen in der Wildnis am Clutha River, die gleich hinter dem Städtchen am Lake Wanaka beginnt und sind nur eine Radumdrehung von den Trails im „Sticky Forest“ entfernt. In den schattigen Wäldern verbirgt sich einer der schönsten Bike-Spielplätze des Planeten. Auf einer Fläche von nicht mal vier Quadratkilometern tummeln sich Pfade für jedes Level. Super beschildert und auf Karten erfasst, hören die Trails auf so bezaubernde Namen wie „Venus“, „Easy Street“ oder „Tunnel of Love“. Ein Fest für Up- und Downhiller. Die Abende gehören der Downtown mit ihrem originellen Kino, in dem sich als Sitzgelegenheiten Sofas, Zahnarztsessel oder die komplette Sitzreihe einer Boeing befinden.

Nach vier Wochen Queenstown und Wanaka nehmen wir den Flieger nach Rotorua, um dort unser Lieblingsrevier der Nordinsel weiter kennenzulernen.Unsere Freunde Gary und Glen berichten uns von der WM im vergangenen Jahr, als Rotorua für eine Woche im Blickpunkt der Bikewelt stand.Der Schweizer Nationalmannschaft sollen die angelegten Trails im Whakarewarewa Forest so gut gefallen haben, das die zusätzlichen „Übungsrunden“ nach Trainingsschluss Ausmaße annehmen, die den Trainer zwingen, ein „Waldverbot“ zu verhängen. Wir befinden uns eine Woche lang an einem Ort, der für jeden etwas zu bieten hat: Maori-Kultur, Geysire, Vulkane, ein heißer Thermalpool an fast jeder Übernachtungsmöglichkeit, mit dem „Polynesian Spa“ eines der 10 besten Thermalbäder der Welt und Rad- und Wanderwege in und um die Stadt.

Hier sollte man Zeit einplanen. Unsere läuft leider allmählich aus, und nach zwei Tagen in Auckland sitzen wir auch schon wieder im Flieger und schauen vier Stunden lang auf die rote Erde Australiens unter uns. Als wir Ende Februar wieder in der Heimat landen, kommen wir vom Sommer in den Frühling.

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